Petechien Bilder: So erkennen Sie die roten Punkte

Sie haben kleine rote Punkte auf der Haut entdeckt und fragen sich, ob es sich um Petechien handelt? Petechien sind winzige, punktförmige Einblutungen in die Haut, die durch geplatzte Kapillaren (feinste Blutgefäße) entstehen. In diesem Ratgeber beschreiben wir Ihnen genau, wie Petechien aussehen, wie Sie den Glastest durchführen und wie Sie Petechien sicher von anderen Hautveränderungen wie Hämatomen, Purpura oder allergischem Ausschlag unterscheiden können.

Wie sehen Petechien aus? Detaillierte Beschreibung

Petechien haben ein sehr charakteristisches Erscheinungsbild, das sie von anderen Hautveränderungen unterscheidet. Wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen, können Sie Petechien in den meisten Fällen selbst erkennen.

Größe und Form

Petechien sind stecknadelkopfgroß mit einem Durchmesser von typischerweise 1 bis 2 Millimeter. Sie sind rund oder leicht oval geformt und haben glatte, klar definierte Ränder. Einzelne Petechien sind so klein, dass sie bei flüchtigem Hinsehen leicht übersehen werden können. Erst wenn sie in Gruppen auftreten, fallen sie deutlicher auf.

Größeneinordnung

Medizinisch werden punktförmige Hautblutungen nach ihrer Größe eingeteilt: Petechien sind bis 2 mm groß. Ab 2 mm bis etwa 1 cm spricht man von Purpura. Blutungen über 1 cm Durchmesser werden als Ekchymosen (Hämatome/blaue Flecken) bezeichnet. Diese Einteilung ist für die ärztliche Diagnose wichtig.

Farbe

Frische Petechien sind leuchtend rot und können an die Farbe eines kleinen Bluttropfens erinnern. Im Laufe der Zeit verändern sie ihre Farbe leicht:

  • Frisch (Tag 1–2): Leuchtend rot bis dunkelrot
  • Nach 2–3 Tagen: Rotbraun bis bräunlich
  • Nach 4–5 Tagen: Bräunlich-gelblich, zunehmend verblassend
  • Nach 1–2 Wochen: Vollständig verschwunden

Bei dunklerer Hautfarbe können Petechien schwerer zu erkennen sein. Sie erscheinen dann eher als dunkelviolette oder braune Punkte und sind manchmal nur bei genauem Hinsehen oder unter guter Beleuchtung sichtbar.

Oberflächenbeschaffenheit

Petechien sind vollkommen flach. Sie sind weder erhaben noch eingesunken und lassen sich nicht ertasten – die Haut fühlt sich an der betroffenen Stelle genauso glatt an wie an den umliegenden Stellen. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu Ausschlägen, die häufig erhaben oder rau sind.

Muster und Verteilung

Petechien treten selten einzeln auf. Typischerweise erscheinen sie in Gruppen oder Clustern, die an ein Muster aus feinen Spritzern erinnern. Je nach Ursache können sie lokal begrenzt sein (z. B. nur im Gesicht nach Erbrechen) oder über größere Körperbereiche verteilt auftreten (z. B. bei einer Thrombozytopenie).

Der Glastest: Petechien sicher erkennen

Der Glastest (auch Diaskopie genannt) ist die einfachste und zuverlässigste Methode, um Petechien von anderen Hautrötungen zu unterscheiden. Sie können ihn zu Hause mit einem gewöhnlichen Trinkglas durchführen.

So führen Sie den Glastest durch

  1. Nehmen Sie ein durchsichtiges Glas – am besten ein glattes Trinkglas mit flachem Boden. Alternativ können Sie auch ein durchsichtiges Lineal oder einen Glasspatel verwenden.
  2. Drücken Sie das Glas fest auf die betroffene Hautstelle – üben Sie gleichmäßigen, moderaten Druck aus, sodass die Haut unter dem Glas blasser wird.
  3. Beobachten Sie die roten Punkte durch das Glas – schauen Sie genau hin, ob die Punkte unter dem Druck verschwinden oder sichtbar bleiben.

Ergebnis richtig deuten

Glastest-Ergebnis

  • Punkte verschwinden unter Druck: Es handelt sich nicht um Petechien. Die Rötung wird durch erweiterte oder entzündete Blutgefäße verursacht (z. B. Ausschlag, Erythem). Das Blut befindet sich noch in den Gefäßen und wird durch den Druck verdrängt.
  • Punkte bleiben sichtbar: Es handelt sich wahrscheinlich um Petechien. Das Blut ist bereits aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe ausgetreten und kann durch Druck nicht mehr verdrängt werden.

Der Glastest ist besonders wichtig bei Kindern mit Fieber und Ausschlag. Wenn ein Ausschlag den Glastest nicht besteht (also unter Druck sichtbar bleibt), kann dies auf eine Meningokokken-Infektion hindeuten – ein medizinischer Notfall, bei dem sofort der Notruf 112 gewählt werden muss.

Wichtig bei Kindern

Führen Sie bei Ihrem Kind den Glastest durch, wenn es Fieber und einen Ausschlag hat. Bleibt der Ausschlag unter dem Glas sichtbar, rufen Sie sofort den Notruf 112 an. Warten Sie nicht ab – eine Meningokokken-Sepsis kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden.

Wo treten Petechien am häufigsten auf?

Petechien können grundsätzlich an jeder Körperstelle auftreten. Je nach Ursache gibt es jedoch typische Lokalisationen, die bereits Hinweise auf den Auslöser geben können.

Gesicht, Augenlider und Hals

Petechien im Gesicht, an den Augenlidern und am Hals treten häufig nach starkem Husten, Erbrechen, heftigem Niesen oder Pressen auf. Der erhöhte Druck in den Blutgefäßen des Kopf- und Halsbereichs lässt die feinen Kapillaren platzen. Diese Form ist meistens harmlos und verschwindet innerhalb weniger Tage. Lesen Sie dazu auch: Petechien nach Erbrechen.

Beine und Füße

Petechien an den Beinen – besonders an den Unterschenkeln und Knöcheln – können auf eine Stauungsdermatitis, Vaskulitis oder Probleme mit den Venen hindeuten. Langes Stehen oder Sitzen begünstigt ihr Auftreten. Bei einer IgA-Vaskulitis (Henoch-Schönlein-Purpura) treten sie klassischerweise symmetrisch an beiden Beinen auf.

Oberkörper und Arme

Eine Verteilung über den Oberkörper und die Arme ist häufiger bei systemischen Ursachen wie einer Thrombozytopenie, Medikamentennebenwirkungen oder Infektionen. Bei älteren Menschen treten Petechien an den Unterarmen und Handrücken auf (Purpura senilis).

Mundschleimhaut

Petechien am Gaumen oder an der Wangenschleimhaut können auf eine Endokarditis (Herzinnenhautentzündung), eine schwere Thrombozytopenie oder bestimmte Virusinfektionen hindeuten. Diese Form sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Farbverlauf und Heilungsprozess

Einzelne Petechien durchlaufen einen natürlichen Heilungsprozess, bei dem der Körper das ausgetretene Blut langsam abbaut. Dieser Prozess ähnelt dem eines blauen Flecks, verläuft aber deutlich schneller, da die Blutmenge sehr gering ist.

Typischer Zeitverlauf

  • Tag 1–2: Frische, leuchtend rote bis dunkelrote Punkte. In diesem Stadium sind Petechien am deutlichsten sichtbar und am leichtesten zu identifizieren.
  • Tag 3–4: Die Punkte beginnen sich bräunlich zu verfärben. Das Hämoglobin im ausgetretenen Blut wird abgebaut, ähnlich wie bei einem blauen Fleck, der sich gelblich verfärbt.
  • Tag 5–7: Die Punkte verblassen zunehmend und werden gelblich-braun. Sie sind jetzt deutlich weniger auffällig.
  • Tag 7–14: Die Petechien sind in der Regel vollständig verschwunden. Die Haut hat wieder ihre normale Farbe.

Wichtige Beobachtung

Wenn während des Heilungsprozesses ständig neue Petechien entstehen, während alte verblassen, deutet dies auf eine fortbestehende Ursache hin (z. B. eine anhaltende Thrombozytopenie oder eine Medikamentennebenwirkung). In diesem Fall sollten Sie unbedingt ärztlichen Rat einholen.

Petechien vs. andere Hautveränderungen: So unterscheiden Sie richtig

Nicht jeder rote Punkt auf der Haut ist eine Petechie. Es gibt zahlreiche andere Hautveränderungen, die ähnlich aussehen können. Die folgende Übersicht hilft Ihnen bei der Unterscheidung.

Petechien vs. Hämatome (blaue Flecken)

Hämatome sind deutlich größer als Petechien und entstehen durch Verletzungen größerer Blutgefäße, meist nach einem Stoß oder Sturz. Sie sind anfangs blau-violett, verfärben sich im Verlauf grün und gelb und können schmerzhaft sein. Petechien hingegen sind schmerzlos und stecknadelkopfgroß. Beide bestehen den Glastest (verschwinden nicht unter Druck).

Petechien vs. Cherry Angiome (Rubinflecken)

Cherry Angiome (senile Angiome oder Rubinflecken) sind gutartige Gefäßerweiterungen, die als leuchtend rote, leicht erhabene Punkte auf der Haut erscheinen. Sie treten ab dem mittleren Lebensalter vermehrt auf und sind vollkommen harmlos. Im Unterschied zu Petechien sind Cherry Angiome erhaben (tastbar), dauerhaft (verschwinden nicht von selbst) und verblassen unter Druck beim Glastest.

Petechien vs. Purpura

Purpura und Petechien sind eng verwandt – tatsächlich sind Petechien eine Unterform der Purpura. Der Unterschied liegt in der Größe: Petechien sind bis 2 mm groß, Purpura-Flecken sind größer (2 mm bis 1 cm). Purpura kann aus einzelnen Petechien entstehen, die zusammenfließen. Beide bestehen den Glastest.

Petechien vs. Allergischer Ausschlag

Ein allergischer Ausschlag (Urtikaria, Nesselsucht) zeigt sich als rote, erhabene Quaddeln, die stark jucken. Im Gegensatz zu Petechien ist ein allergischer Ausschlag erhaben und tastbar, juckend, verschwinden unter Druck (Glastest negativ) und können innerhalb von Stunden ihre Position wechseln.

Petechien vs. Insektenstiche

Insektenstiche zeigen sich als einzelne, erhabene Schwellungen mit einem zentralen Einstichpunkt. Sie jucken oder schmerzen und sind meist deutlich größer als Petechien. Anders als Petechien treten Insektenstiche einzeln oder in einer Reihe auf (Wanzen: „Bettwanzenstraße") und haben eine erhabene, geschwollene Umgebung.

Vergleichstabelle: Petechien vs. ähnliche Hautveränderungen

Merkmal Petechien Hämatom Cherry Angiom Purpura Allergie Insektenstich
Größe 1–2 mm > 1 cm 1–5 mm 2–10 mm variabel 5–20 mm
Form rund, flach unregelmäßig rund, erhaben unregelmäßig, flach Quaddeln rund, erhaben
Farbe rot bis violett blau-violett-gelb leuchtend rot violett-braun rot, blass rot, geschwollen
Glastest bleibt sichtbar bleibt sichtbar verblasst bleibt sichtbar verblasst verblasst
Juckreiz nein nein nein nein stark ja
Schmerz nein ja nein selten nein ja
Tastbar nein (flach) ja ja (erhaben) meist nein ja (Quaddel) ja (Schwellung)
Dauer 1–2 Wochen 2–4 Wochen dauerhaft 1–3 Wochen Stunden–Tage Tage
Arzt nötig? je nach Ursache bei großen/vielen nein ja bei Atemnot selten

Diese Tabelle bietet eine schnelle Orientierung. Im Zweifelsfall sollten Sie die Hautveränderungen immer ärztlich abklären lassen, insbesondere wenn sie plötzlich auftreten, sich schnell ausbreiten oder von anderen Symptomen begleitet werden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Sind Petechien gefährlich?

Wann sollten Sie mit Petechien zum Arzt?

Nicht jede Petechie erfordert einen Arztbesuch. Einzelne Petechien nach einer klaren mechanischen Ursache (Husten, Erbrechen, Druck) sind in der Regel harmlos. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine ärztliche Abklärung dringend notwendig ist.

Sofort ärztliche Hilfe suchen bei:

  • Petechien zusammen mit Fieber und Krankheitsgefühl
  • Schnelle Ausbreitung neuer Petechien
  • Petechien bei Kindern – besonders mit Fieber
  • Nackensteifigkeit zusammen mit Petechien
  • Gleichzeitiges Nasenbluten oder Zahnfleischbluten
  • Petechien nach Einnahme eines neuen Medikaments

Ausführliche Informationen, wann ein Arztbesuch notwendig ist, finden Sie in unserem Ratgeber Petechien – Wann zum Arzt?. Wenn Sie die Ursachen von Petechien kennen, können Sie oft besser einschätzen, ob ein Arztbesuch notwendig ist. Informieren Sie sich auch über die Behandlungsmöglichkeiten und bewährte Hausmittel gegen Petechien.

Häufig gestellte Fragen zu Petechien Bildern

Wie sehen Petechien genau aus?

Petechien sind stecknadelkopfgroße (1–2 mm), flache, runde Punkte auf der Haut. Sie sind rot, rotbraun oder violett gefärbt und fühlen sich glatt an – sie sind nicht erhaben. Sie treten meist in Gruppen auf und erinnern an feine Spritzer. Im Gegensatz zu anderen Hautveränderungen verschwinden sie nicht, wenn man mit einem Glas darauf drückt (positiver Glastest).

Wie funktioniert der Glastest bei Petechien?

Beim Glastest drücken Sie ein durchsichtiges Trinkglas fest auf die betroffene Hautstelle und beobachten die roten Punkte durch das Glas. Normale Rötungen oder Ausschläge verblassen unter Druck, da das Blut aus den erweiterten Gefäßen gedrückt wird. Petechien bleiben sichtbar, da das Blut bereits aus den Gefäßen ausgetreten ist und im umliegenden Gewebe liegt.

Was ist der Unterschied zwischen Petechien und einem Hämatom?

Der Hauptunterschied liegt in der Größe und Schmerzempfindlichkeit: Petechien sind stecknadelkopfgroß (1–2 mm) und schmerzlos, während Hämatome (blaue Flecken) deutlich größer sind (mehrere Zentimeter) und oft schmerzen. Hämatome entstehen durch Verletzung größerer Blutgefäße und verändern ihre Farbe deutlich über die Zeit (blau zu grün zu gelb). Petechien verändern ihre Farbe kaum und verblassen direkt.

Können Petechien auch im Mund oder an den Augen auftreten?

Ja, Petechien können auch an der Mundschleimhaut (am Gaumen oder an den Wangen) sowie an den Augenlidern und der Bindehaut (Konjunktiva) auftreten. Petechien an diesen Stellen können auf ernstere Ursachen hindeuten, etwa eine Endokarditis (Herzinnenhautentzündung) oder eine schwere Thrombozytopenie, und sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Verschwinden Petechien von alleine wieder?

Ja, einzelne Petechien verblassen in der Regel innerhalb von 2–5 Tagen und verschwinden nach 1–2 Wochen vollständig. Der Körper baut das ausgetretene Blut langsam ab. Wenn jedoch ständig neue Petechien entstehen, während alte verblassen, deutet dies auf eine fortbestehende Ursache hin, die ärztlich abgeklärt werden sollte.

Medizinisch geprüfter Inhalt

Dieser Artikel wurde von der Redaktion von petechien.de auf Basis aktueller medizinischer Fachliteratur erstellt und sorgfältig geprüft. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Letzte Aktualisierung: März 2026

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die dargestellten Bilder und Beschreibungen ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer einen qualifizierten Arzt.